
Ayuda Directa Onlus Italia - Via Roma, 135 - 23032 - Bormio (SO) - Italia
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El doctor Martin Frank desde el 2005 colabora con Ayuda Directa. Es ginecólogo en el hospital Marienkrankenhaus de Hamburgo (Alemania) y cada año pasa al menos un mes en el Ecuador como voluntario ayudando a quien mas lo necesita. Su iniciativa y buen caracter le han permitido involucrar también a otros médicos alemanes que lo siguen en su inolvidable aventura (en aleman)..
Dort war für die kommenden 4 Tage ein "Curso para mujeres y parteras" (eine Art Hebammenaus- bzw. -fortbildung) vorgesehen. In den letzten Jahren hatten wir nämlich im Rahmen unserer "Brigadas Medicas" in den abgelegenen Bergdörfern der Anden festgestellt, dass die Kindersterblichkeit unter und unmittelbar nach der Geburt nach wie vor sehr hoch ist und nahezu 30 % beträgt. Die Dörfer, die Ayuda Directa betreut, liegen in 3000 – 4000 Meter Höhe, sind ausschließlich von Indigenas (Indios, Ureinwohnern) bevölkert und die Lebensverhältnisse entsprechen absolut einfachsten Verhältnissen. Schwangerschaften und Geburten sind hier zwar „an der Tagsordnung", (die Familien haben im Durchschnitt 6 - 10 lebende Kinder) dennoch verlaufen sie meist völlig unbetreut und enden nicht selten fatal. Nachdem wir in den letzten Jahren, insbesondere auch in Zusammenarbeit mit dem regionalen Familienplanungszentrum (Cemoplaf) den indigenen Frauen Möglichkeiten zur Geburtenkontrolle (Spritzen, Spiralen und Sterilisationen) anbieten, wollten wir jetzt, nicht nur zur Wahrung des „Gleichgewichts", einen ersten Schritt zur besseren Versorgung und Betreuung während Schwangerschaft und- Geburt initiieren.
Isabelle (die Perle von Ayuda Directa) führte im Vorfeld bei den Frauen in den Bergdörfern eine Befragung durch, ob sie sich denn bei Geburten überhaupt Hilfe wünschen würden. Die Antworten fielen so einstimmig positiv aus, dass wir uns vor Monaten bereits mit viel Schwung an die ersten Vorbereitungen für den Hebammenkurs machten. Da die Indigenas unter keinen Umständen in öffentlichen Krankenhäusern gebären wollen, sondern an ihren Hausgeburten festhalten möchten (und wer das "Horrorvideo" von Isabelle aus der Maternidad, dem Geburtskrankenhaus in Quito, kennt – und ich erspare uns an dieser Stelle die wahrlich menschenverachtenden Details, der kann das auch 100 %-ig verstehen), mussten zunächst einheimische Frauen und Männer gefunden werden, die Lust und Freude daran haben würden, an einem solchen Kurs und an solch einer Arbeit.
20 Teilnehmer , indigene Männer und Frauen zwischen 14 und 74 Jahren nahmen schließlich hochmotiviert und interessiert an „unserem" Kurs teil. Einige wenige, insbesondere die Ältesten unter ihnen, hatten in ihren Dörfern bereits in ihrer Funktion als Schamanin oder Schamane eine beträchtliche Zahl von Frauen unter der Geburt betreut und wiesen insofern natürlich einen großen Erfahrungsschatz auf.
Es war ein wunderbarer Kurs! Zum Glück nur ein erster Teil von weiteren 3-4 geplanten Auffrischungen und Fortbildungen. Es war nämlich ein Kurs ganz im Zeichen des kulturellen Austauschs. Der erste Tag wurde überwiegend von den Teilnehmern selbst gestaltet. Sie erklärten uns erst einmal wie sie die Welt sehen, beschrieben uns ihre „Cosmovisón Andina", welches Verhältnis in ihrer Wahrnehmung Mensch und Natur zueinander haben und auch, wie sie, in ihrer Tradition, Schwangere und Geburten betreuen.
Pacha Mama (Mutter-Erde), Pacha Kayak (das Universum, aber auch das „kollektive Bewusstsein") und Inti (die Sonne und das Licht) in „Kichwa", der Sprache der indigenen Andenbevölkerung, sind die Säulen ihrer Welt. Für uns fast unvorstellbar und beschämend, wie sehr diese Menschen in der Natur verwurzelt sind und in welchem Einklang sie ihr Leben leben. Das heißt aber konkret auch, dass sie den Tod im Allgemeinen, wie auch den Tod ihrer Neugeborenen im Speziellen in einer Radikalität akzeptieren, die „Entwicklungshilfe" in unserem Verständnis nahezu untergräbt. Puuh, ist das manchmal aber auch schwierig!
Zum Glück (für unser Wohlbefinden) lassen Sie uns aber auch spüren, dass sie uns wirklich sehr mögen und unsere Hilfsangebote schätzen und leisten darüber hinaus ihrerseits wunderbare Entwicklungshilfe an uns: beglücken uns mit ihrer Fröhlichkeit, Wärme und Unmittelbarkeit, dass wir wieder ahnen, wofür es sich wirklich zu leben lohnt.
Mit viel Humor und sehr anschaulich führten sie uns in großartigen Rollenspielen vor, wie eine Choza (Lehmhütte mit Strohdach) vor einer Geburt durch eine Schamanin gereinigt wird, welche Rolle Meerschweinchen in der Diagnostik spielen, wie sie mit Wehenschmerzen umgehen, wie sie beispielsweise Gebärende auf einem Tuch lagern und schütteln um den Geburtsfortschritt zu beschleunigen und warum Jungs länger abgenabelt werden müssen als Mädchen, bzw. inwiefern die Länge der Nabelschnur mit der späteren Länge des Penis korreliert und welche Folgen Fehlabnabelungen hinsichtlich einer späteren „sexuellen (Des-) Orientierung" haben können. Außerdem erklärten sie uns aber auch, warum ihre Frauen bei der Zeugung am liebsten direkt auf Mutter-Erde liegen.
Da „unser" Kurs aber eben explizit als Austausch gedacht war, wollten sie ihrerseits dann folgerichtig auch genau wissen, wie wir uns in unserer Kultur verlieben und wie wir „Liebe machen" usw… Köstlich! Insbesondere dann auch die Ausführungen von Isabelle und Laura … (die hier leider der Zensur zum Opfer gefallen sind).
In den folgenden Tagen besprachen wir dann Themen, wie das Erkennen und die Behandlung von Schwangerschaftserkrankungen, die Leitung einer normalen Geburt sowie das rechtzeitige Erkennen von Geburtskomplikationen, die Versorgung des Neugeborenen sowie die Familienplanung incl. die Verhütung sexuell übertragbarer Erkrankungen. Die Menschen vom Familienplanungszentrum Cemoplaf (namentlich Dra. Gladys Mera, Elza und Edgar) leisteten dabei eine absolut professionelle und didaktisch hervorragende Arbeit. Eher trockene theoretische Passagen wurden immer wieder durch lustige Spiele und Gruppenarbeiten belebt. Wer drohte einzuschlafen, durfte etwas vorsingen oder –tanzen. Ich entschied mich zu gegebener Zeit, dann fatalerweise fürs Tanzen und machte mich als „Tanzbär" zu meinem Leidwesen zum belustigsten Tagesgespräch (Gnade Dir Gott Isabelle, wenn Dein Video ins „www" gelangt!).
Isabelle, „unsere" Kinderkrankenschwester und „Perle" (siehe oben), Laura und ich brachten uns aber schließlich inhaltlich ebenfalls noch mit einschlägigen Vorträgen und sogar unter Anwendung modernster Computer-Beamer-Technik ein.
Alles auf Spanisch! (Ich kann meiner argentinischen Freundin und Spanischlehrerin Giselle gar nicht genug Danken!) Zum Glück wurde von uns nicht auch noch Kichwa verlangt.
Nach einer kleinen Abschlussprüfung bekam jede und jeder eine Teilnahme-Urkunde (wir auch) sowie eine „Hebammen-Grundausrüstung" und ein selbst gemachtes, wirklich gut gelungenes „Librito" (Handbüchlein) mit den wichtigsten Inhalten des Kurses in Schrift und Bild, zum Nachschlagen.
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Actualizado 25/01/2012
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